Initiative "Atomstrom für Maxsain"

Energiewende in Maxsain und Nachbargemeinden geplant

Wie jetzt bekannt wurde, plant ein neu gegründetes Energieversorgungsunternehmen eine Energiewende der anderen Art in  der Verbandsgemeinde Selters. Die amerikanische Firma Lirpa-Power bereitet den Aufkauf eines Reaktors eines ausgemusterten russischen Marine-U-Bootes vor, um dieses einer zivilen Nutzung zuzuführen. Der Atomreaktor des U-Bootes der Typhoon-Klasse aus der russischen Pazifik-Flotte (links im Bild: U-Boot Dmitri Donskoj im Marine-Hafen Murmansk) erbringt bei einem Gewicht von 500 Tonnen etwa 70 Megawatt Leistung und kann damit den Energiebedarf von ca. 10.000 Haushalten decken. Als Standort ist derzeit das Elektrizitätswerk "Hammermühle" in Maxsain im Gespräch. "Wir haben hier alle logistischen Voraussetzungen für den Betrieb einer kleinen Reaktoranlage" sagte ein Sprecher der Giessener Stadtwerke, die zur Zeit für die elektrische Grundversorgung in diesem Gebiet verantwortlich ist und mit Lipra-Power kooperieren wird. Die Kühlung der Anlage kann mit dem Wasser des Weihers gewährleistet werden und auch für die Einspeisung in das örtliche Netz sind hier alle Voraussetzungen erfüllt. Der Strompreis könnte nach ersten Kalkulationen auf sensationelle 6-8 Cent pro Kilowattstunde sinken. Möglich werde das durch eine großzügige Entsorgungspauschale der russischen Marine für die Übernahme des Reaktors, die auf die Kunden umgelegt wird sowie den vergleichsweise kostengünstigen Betrieb. Eine Einweisung des deutschen Betriebspersonals erfolgt durch die russischen Reaktorfachleute. Nach Einschätzung des zukünftigen Kraftwerkbetreibers genügt eine 3-4-wöchige Schulung um einen deutsche Elektriker für den Betrieb eines russischen Atomreaktors fit zu machen.

"Ausserdem gibt es noch einen weiteren Nebeneffekt: Durch die Abwärme wird sich nach Berechnungen von Lipra-Power die Temperatur des Hammermühler Weihers auf ca. 25-28°C erhöhen. Damit wäre ein ganzjähriger Badebetrieb möglich, erste Gespräche zur Planung für ein Naturfreibad sind bereits mit der Verbandsgemeindeverwaltung anberaumt" teilte Projektleiter Thomas Segnoet mit. Auf der nebenstehenden Grafik kann man den ersten Entwurf zur Umgestaltung des Hammermühler Weihers sehen.

Bedenken, dass vom Betrieb dem Mini-Atomkraftwerkes eine Gefährdung für die Umwelt ausgehen könnte, teilen die zukünftigen Betreiber nicht. Die Anlage werde so errichtet, dass bei einem eventuellen Störfall entweichende Radioaktivität weitgehend in Richtung Westen (Selters) abgeleitet wird. Somit sei der schützenswerte Teil der in der Umgebung wohnenden Bevölkerung (Maxsain) hiervon nicht betroffen.